1. – 10. Schuljahr

Gerhard Knecht | Stefan Melulis

Bleibt gesund spielt draußen

Spiele im öffentlichen Raum

Draußen-Spielen hat wieder Konjunktur „Raus in die Natur lautet das Motto des Bündnisses Recht auf Spiel und „Raus in die Stadt das Motto der Spielpädagoginnen und -pädagogen, die Kindern neben dem Spielen zu Hause die vielfältigen Lern- und Spielerfahrungen draußen ermöglichen wollen.
Gerade die Corona-Pandemie hat verstärkt dafür gesorgt, dass die Kinder einen Großteil ihrer Zeit drinnen verbracht haben, vor allem im Sitzen und unter Begleitung ihrer Eltern, sei es beim Homeschooling oder Spielen zu Hause. Es gab kaum Möglichkeiten, dass Eltern sich die Zeit nehmen konnten, mit den Kindern draußen etwas zu unternehmen.
Draußen zu spielen setzt eine Offenheit voraus, die im privaten Raum zu Hause oder im eigenen Garten nicht notwendig ist. Auf den Spielplätzen, Schulhöfen, Gehwegen treffen Kinder auf andere Menschen und erleben unvorhergesehene Situationen. Draußen lernen sie, mit unterschiedlichen Menschen zurechtzukommen, und es kann ein Miteinander entstehen, obwohl es nicht vorgesehen war. Diese Offenheit, Spontanität und die Bewegungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum sind ein wichtiger Teil von Kindheit und Aufwachsen.
Spielmobile sind Spezialisten für das Draußen-Spiel mit und ohne mobile Medien zur Außenwelterkundung. Die aktuelle Krise schafft Bewegung Spielmobile erfinden Spielmöglichkeiten im öffentlichen Raum, die den Bedingungen der Hygieneverordnungen unterworfen sind und gleichzeitig nicht Spaßbremsen sind. Sie bleiben nicht im „Horizont des Rostens, was Prof. Dieter Baacke als die größte Gefahr der Spielmobilbewegung gesehen hat. Die Spielmobilszene ist aktiv, schafft neue Spielräume real und im Kopf und hat viele Spiele angepasst, um sie für das Spiel der Kinder unter den gegebenen Umständen zu nutzen.
Die vorgestellten Spiele sind erprobt und in vielen Spielaktionen umgesetzt worden. Die Sammlung ist möglich, weil sich die Spielmobilszene in einem Verband organisiert hat, der für Austausch von Spielideen und Konzepten sorgt und dabei „best practice identifiziert. Diese gute Praxis ist Grundlage für Weiterbildung und Qualitätssicherung der Spielmobilszene innerhalb des Verbandes, aber auch außerhalb in Politikberatung und Verbreitung der Ideen in der Fachöffentlichkeit. Die Spiele können in Schulen vor allem auf dem Außengelände umgesetzt werden.
Spielen heißt, mit den Voraussetzungen zum Spielen umzugehen und dabei immer mehrere Varianten zu haben, um Lösungen zu finden, die das Spiel unter den gegebenen Bedingungen ermöglichen. Um andere und sich vor der Ansteckungsgefahr mit dem Virus zu schützen und doch spielen zu können, werden Regeln verändert und angepasst, Materialien anders verwendet, Räume vergrößert oder verkleinert.
Spielen in Corona-Zeiten bedeutet für Spielleiterinnen und -leiter auch, auszubalancieren zwischen den Polen Kontaktlosigkeit und Mindestabstand und hierbei Settings zu setzen, in denen auf spielpädagogische Impulse nicht verzichtet werden muss.
Spielraum als Raum neu definieren
Wenn man das Spielfeld verkleinert oder vergrößert, verändert man die Spieldynamik. So ist ein Bingo-Spiel als Gruppenspiel geeignet, wenn man als Spielraum Balkone, Fenster oder aufgesprühte Kreise mit entsprechendem Abstand definiert und der Spielleiter/die Spielleiterin in der Mitte steht, von allen gesehen und gehört wird. Das Bingo-Spiel hat damit allein durch die räumliche Inszenierung eine Variante erfahren, die man so vorher nicht kannte.
Spielregeln verändern
Das Wichtigste an jedem Spiel ist die Spielregel. Sie bestimmt, wie einfach oder wie komplex das Spiel ist, und sie lässt sich verändern, das trauen sich Kinder noch mehr als Erwachsene. So wird das Spiel „Stille Post zu einem neuen Spiel, wenn es die „Laute Post ist. Anstelle sich ins Ohr zu flüstern, wird ein Laut, eine Bewegung oder ein Klatschen weitergegeben.
Zeug zum Spielen
Material zum...

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