4. – 8. Schuljahr

Marietheres Waschk

Weihnachten im August

Mit kreativen Ideen die Ferienfreizeit beleben

Ferienfreizeiten sind toll man lernt neue Kinder und Jugendliche kennen, hat vielleicht auch seine Freunde dabei und kann jeden Tag etwas Neues erleben. Damit dabei die Abwechslung nicht zu kurz kommt, sollte nicht immer nur die obligatorische Modenschau eingeplant werden. Warum nicht mal ein Hochzeitsfest feiern oder den Verkehrtherumtag oder Weihnachten?

Der Anreisetag: 50 Kinder quälen sich aufgeregt quatschend aus dem überhitzten Bus, neugierig auf das neue Haus, die Umgebung und vor allem die Zimmer. So startet nahezu jede Ferienfahrt, die ich in meinem Leben in der Gruppenpädagogik mitgemacht habe. Ab sechs Jahren als Teilnehmerin, dann als Ehrenamtliche in der Gemeinde und schließlich als Sozialpädagogin in der Kinder- und Jugendarbeit, nunmehr seit 37 Jahren ohne Pause.
Als Teilnehmerin war es spannend, die anderen Teilnehmerinnen kennenzulernen und ich fand unterschiedliche AGs immer schön, sei es, mich kreativ zu betätigen oder Spielangebote mitzumachen. Nach einigen Jahren auf Fahrt mit der Kirchengemeinde war mir der Programmablauf vertraut: Kennenlernabend, in der Mitte das Völkerballturnier (was ich als Kind schon nicht mochte), irgendwann die Modenschau und schließlich das Abschlussfest. Das wiederkehrende Programm wurde fast ein Ritual und gab mir Sicherheit auch den neuen Teilnehmerinnen gegenüber (ich schreibe hier bewusst Teilnehmerinnen, denn auf der katholischen Kirchenfahrt meines kleinen westfälischen Heimatortes gab und gibt es bis heute reine Mädchen- und Jungenfreizeiten bis zum 13. Lebensjahr). Doch auf der dritten Ferienfreizeit wurde dann das Programm nicht nur zum Ritual, sondern führte auch zu Langeweile, da ich schon wusste, was mich erwarten würde und ich mich irgendwann auch für zu cool dafür hielt.
„The same procedure as last year? „The same procedure as every year.
Ich kam mir vor wie im Dinner for one. Das ist nicht böse gemeint an die Adres-se meiner ehemaligen Betreuerinnen, dennoch verbrachte ich auf den Freizeiten mehr Zeit damit, Schabernack zu machen als mitzumachen, denn das Programm war mir ja längst bekannt.
Und auch ich tappte als ehrenamtliche Jugendgruppenleiterin in die Falle der Gewohnheit. Spiele und Aktionen, die allen offensichtlich Freude gemacht hatten, wurden immer und immer wieder ins Programm eingebaut, schon Monate im Voraus geplant, natürlich nur mit den Betreuerinnen und ohne die Teilnehmerinnen. Selbstverständlich gab es für jeden Tag Schlechtwetteralternativen aber wir haben die Teilnehmerinnen nicht befragt, was sie sich wünschen. Mir fiel es wie Schuppen von den Augen als ich Ehrenamtliche war und wir die Freizeit unter das Motto „Reif für die Insel gestellt hatten. Meine Mädelsgruppe, für die ich auch im zweiten Jahr schon die Gruppenleiterin gewesen war, fand das Motto (welches ihnen vorher nicht bekannt gewesen war) sehr gut. Als der Programmpunkt „Modenschau angekündigt wurde auch zu diesem Motto sagten sie, dass sie etwas anderes machen würden, nämlich Asterix. Ich wies darauf hin, dass dies kaum zur Insel passen würde, aber sie zogen bereits Kostüme aus ihren Koffern: Sabine als Obelix mit gestreifter Hose, Krümel als Asterix mit aus Wolle gebasteltem Schnurrbart, Nicky als Verleihnix mit einem genähtem Fisch und ihre Schwester Dani als Automatix mit einem Schaumstoffhammer. Ach was waren wir doch in unserem Programm vorhersehbar!
Natürlich sind die Kids meiner Gruppe kreativ gewesen aber nicht in dem überraschenden Moment, in dem wir es uns als Betreuerinnen gewünscht haben. Während neue Teilnehmerinnen ihre Koffer durchsuchten und aufgeregt Klamotten tauschten, sich gegenseitig berieten und neue Kostüme bastelten, fläzte sich meine Gruppe zufrieden auf ihren Betten, denn es war ja schon alles vorbereitet …
Trotzdem nicht ungeplant in eine Freizeit starten!
Gute Planung ist wichtig und die möchte...

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